Im Notfall Telemedizin?

Hallo zusammen!

Ihr kennt das sicherlich alle: zuerst hört man das Martinshorn, dann rast auch schon der Rettungswagen mit Blaulicht vorbei. Ich denke dann immer: „Hoffentlich kommt der RTW rechtzeitig im Krankenhaus an! Hoffentlich kann geholfen werden!“ Genau in einer solchen Situation habe ich mich gefragt, ob Telemedizin nicht auch im Rettungsdienst eingesetzt werden könnte. Also habe ich mich informiert und bin dabei auf einige interessante Entwicklungen gestoßen.

Der Einsatz von Telemedizin in der Notfallmedizin ist keine ganz neue Entwicklung in Deutschland. Schon seit den 1970er Jahren setzt die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) auf ihren Seenotrettungskreuzern EKG-Geräte ein, die eine telemedizinische Übermittlung des EKGs an ein Krankenhaus ermöglichen. Diese EKG-Telemetrie wird heute auch zunehmend im „Straßen“-Rettungsdienst eingesetzt. Beispielsweise setzt die Stadt Marl (Kreis Recklinghausen) schon seit einigen Jahren auf die Übertragung von EKGs aus dem Rettungswagen. Auch der Rhein-Kreis-Neuss setzt ein ähnliches System ein.

„Das ist ja alles schön und gut“, werdet Ihr sagen, „aber wieso muss man ein EKG aus dem Rettungswagen übertragen, wenn doch medizinisches Fachpersonal und häufig sogar ein Notarzt vor Ort sind?“ Die Antwort ist ganz einfach: weil jede Sekunde zählt – gerade zum Beispiel beim Herzinfarkt! Mittels der telemetrischen EKG-Übermittlung lassen sich die nötigen Abläufe, insbesondere in der aufnehmenden Klinik, beschleunigen. Dies kommt dem Patientenherz dann direkt zu Gute.

Doch die Übermittlung von EKGs ist nicht die einzige Technik, die zum Einsatz kommt. In Aachen wird derzeit der Einsatz des „Telenotarztes“ getestet. Hierbei helfen umfangreiche technische Ausrüstungen des Rettungswagens, Bilder, Sprache und Vitalwerte (EKG, Puls, Temperatur etc.) an den „Telenotarzt“ zu übertragen. Der „Telenotarzt“ sitzt im Krankenhaus und verfügt über vielfältige Möglichkeiten, die Behandlung des Notfallpatienten aus der Ferne zu unterstützen. So steht er nicht nur in direktem Sprachkontakt mit den Einsatzkräften am Notfallort, er kann sogar hochauflösende Videobilder der Patienten sehen und auf die gemessenen Vitalwerte zurückgreifen. Außerdem ist es dem Telenotarzt möglich, parallel in Fachdatenbanken zu recherchieren.

Die Liste möglicher telemedizinischer Anwendungen in der Notfallmedizin ist damit noch nicht abgeschlossen. Dank der fortschreitenden Entwicklung im Bereich des Mobilfunks und der entsprechenden Endgeräte wie Smartphones gibt es in der Notfallmedizin inzwischen auch Anwendungen, die bei Schlaganfällen zum Einsatz kommen.

Ich glaube, dass Telemedizin im Rettungsdienst in Zukunft noch mehr Einsatzmöglichkeiten finden und so die Patientenversorgung weiter verbessern könnte. Das haben inzwischen nicht nur die Hersteller erkannt. Auch die Rettungsdienstträger und das Personal setzen zunehmend auf diese zeitgemäße Form der Versorgung.

Euer Matic

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