Mit Blaulicht zur verbesserten Schlaganfallversorgung?

Hallo Ihr!

Vorgestern habe ich Euch beschrieben, wie die Telemedizin den Rettungsdienst unterstützen kann. Während ich mich in dem Artikel in erster Linie mit kardiologischen Diagnosen beschäftigt habe (z.B. Herzinfarkt), werfe ich heute mal einen Blick auf den Schlaganfall.

Auf den ersten Blick sind mir zwei Projekte aufgefallen: das Stemo in Berlin und die Mobile Stroke Unit im Saarland. Beide möchte ich Euch ganz kurz vorstellen:

Die Berliner Charité und die Berliner Feuerwehr können seit Ende Februar auf das so genannte “Stemo”, das Stroke-Einsatzmobil, zurückgreifen (“Stroke” ist übrigens das englische Wort für Schlaganfall). In diesem neuen Rettungswagen ist ein kompakter Computertomograf (CT = Instrument für bildgebende Verfahren in der Medizin)  installiert. Dieser CT liefert den im Rettungswagen anwesenden Ärztinnen und Ärzten die Bilder, die sie benötigen, um festzustellen, ob der Betroffene tatsächlich einen Schlaganfall hatte. Manchmal werden die Symptome nämlich auch von einer anderen Erkrankung ausgelöst. Sollte sich nach dem CT die Diagnose “Schlaganfall” bestätigen, so kann schon vor Ort im Rettungswagen mit der überlebenswichtigen Lysetherapie begonnen werden. Diese Therapie gilt als hochwirksam, wenn sie in den ersten drei Stunden nach dem Schlaganfall eingesetzt wird. Tempo ist also gefragt! Durch den schnellen Einsatz der Lyse-Therapie im “Stemo” soll insbesondere das Risiko der Betroffenen, bleibende Schäden zu behalten, verringert werden. Außerdem können über telemedizinische Anbindungen Vitalwerte und Diagnosen direkt an die Klinik übermittelt werden, in die der Schlaganfall-Patient gefahren wird. Das “Stemo” wird bis Ende April 2011 in der Regel parallel zu einem herkömmlichen Rettungswagen alarmiert. Voraussichtlich ab Mai 2011 rückt es dann allein aus.

Nähere Informationen zu diesem Berliner Projekt findet Ihr auf der Website der Ärztezeitung.

Bereits seit 2008 setzt die Klinik für Neurologie des Universitätsklinikums des Saarlandes (UKS) einen speziellen Schlaganfall-Rettungswagen (Mobile Stroke Unit) ein. Auch diese mobile  Schlaganfall-Abteilung beinhaltet einen Computertomografen und weitere Laborgeräte, die eine Vor-Ort-Diagnose des Schlaganfalls und somit eine unmittelbare Einleitung der erforderlichen Therapien möglich machen. Mit Hilfe der Telemedizin werden die Bilddateien des CT in die Klinik geschickt, um bei Bedarf weitere Expertenmeinungen einholen zu können. Erste Untersuchungen dieses Projektes sagen aus, dass sogar eine Zeitersparnis von bis zu 40 Minuten möglich ist! Gar nicht schlecht, wenn man das allgemein anerkannte Schlaganfall-Motto “Zeit ist Hirn” bedenkt, das besagt, dass eine schnellstmögliche Behandlung des Schlaganfalls weitere Schädigungen am Gehirn verhindern kann.

Weitere Informationen zur mobilen Schlaganfall-Abteilung (Mobile Stroke Unit) im Saarland findet Ihr hier.

Aber ganz egal, ob es in Eurer Nähe einen speziellen Schlaganfall-Rettungswagen gibt: Der Schlaganfall ist ein akuter Notfall! Darum bei Symptomen sofort die 112 wählen!!! Weitere Infos zum Schlaganfall findet Ihr unter der Rubrik “Schlaganfall

Macht’s gut!

Euer Matic

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